Wie alt ist unser Dorf?

Es gab hier vor einiger Zeit schon mal einen Artikel über das Alter der Eibacher Kirche. Aber wie alt ist eigentlich unser Dorf? Eventuell schon fast 800 Jahre, schreibt Pfr.i.R. Karl Müller aus Sechshelden:

Das Dorf Eibach bei Dillenburg wird 1313 zum ersten Mal erwähnt. Ein niederadliges Ortsadelsgeschlecht ist hier von 1313 bezeugt. Jedoch begegnet uns bereits fast 80 Jahre zuvor ein Adliger von Ybach (= Ibach, Eibach): Am 1.1.1237 ist »frater Heinricus de Ybach« (= Bruder Heinrich von Ybach) unter den Zeugen, als Meister Hermann vom deutschen Haus zu Jerusalem mit Jutta von Dorndorf, die im Tal der heiligen Elisabeth (Tiefenthal im Rheingau) den Bau eines Klosters begonnen hat, Güter austauscht. Da unter den Zeugen auch »frater Conradus Rubsame« aus einer Westerwälder Familie und »frater Rudbertus de Nassov« auftauchen und in der Urkunde Gerhard von Dieze genannt wird, befinden wir uns bei Heinricus de Ybach wohl im nassauischen Bereich, eben in Eibach.

Ein anderer Vertreter dieses Namens ist Henrich von Ibach, der am 2.9.1313 in Burg erschien, um sich als Zeuge die beeideten Aussagen der übrigen Geladenen anzuhören. Ein Joh. Ybach taucht 1537 auf.

Der zweite Adlige mit dem Namen Ybach tritt am 3.12.1238 im Hessischen Urkundenbuch auf: »frater Heinricus [dictus de Ybach] procurator domus theutonie apud nos Frankenford….« [= Bruder Heinrich (genannt von Ybach) Schaffner des deutschen Hauses bei uns (in) Frankfurt]. Ludwig von Eibach, Knappe, der verheiratet ist mit Benigna (Nyngel), sowie beider Kinder Heinrich und Irmgard (Irmyngard) treten am 8.12.1358 in einer Urkunde auf, und am 7.9.1359 verkaufen die Eheleute ihren Garten in Ballersbach an die Kapelle zu Ballersbach.

Die Adligen von Ybach begegnen uns noch mehrfach, nämlich am 13.11.1380, am 11.11.1383 und am 22.11.1383, als Heinrich von Eibach den Verkauf seiner Güter bekundet. Er verkauft in »Ibach«, »in Heiyer Kirchspiel Unnd anderswo Unnder Nassawischem gebieth« der Jungfrau Hedwig von Dungerode Güter. Andererseits verzichtet 1386 Irmengard, Tochter des verstorbenen Ludwig von Eibach, auf alle ihre Erbgüter väterlicher- und mütterlicherseits, die ihr Bruder Heinrich von Eibach an Hedwig von Dungerode, Jungfrau der Gräfin von Nassau, verkauft hat; Zeuge ist dabei Pfarrer Johann Wicke zu Feldbach. Umgekehrt verkauft Hedwig von Dungerode am 21.5.1392 dem Gerbracht von Mengerskirchen und dessen Frau Phyhe alle ihre Güter zu Eibach, die sie von dem verstorbenen Heinrich von Eibach für 400 fl gekauft hatte.

Dieses niederadlige Geschlecht der Herren von Ibach (Ybach, Eibach) ist somit von 1237 bis 1392 bezeugt.

Die Herren von Bicken hatten schon 1344 Geld-, Hühner- und Käsezinsen aus einem Gut zu Eibach. Einen Hof in Eibach hatten 1467 die Adligen von Allenau und 1510 die von Schwalbach und die von Rolshausen sowie auch die von Holzhausen. Der Wepener (=Ritter) Heinrich von Ybach war vermutlich der Letzte seines Stammes und starb 1392. Er führte in seinen Siegeln an den Urkunden von 1374, vom 13.11.1380, 11.11.1383 und 26.11.1381 einen orangefarbenen Widderkopf mit roter Zunge auf blauem Grund im Schild. Diese Adligen von Ybach hatten 1374 einen Hof in Sechshelden.

Auszug aus: »Geschichte von Sechshelden« von Pfr.i.R. Karl Müller. Zu beziehen bei: Ev.Gemeindebüro Sechshelden, Kirchberg 9, 35708 Haiger-Sechshelden. Tel.: 02771 / 33 04 50

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