Vor drei Jahren: Hochwasser im Lahn-Dill-Kreis

Vor drei Jahren, am 17.09.2006, bekamen wir hautnah die Folgen der Klimaerwärmung zu spüren. Durch starke Gewitter und damit verbundenem sintflutartigen Regen, der in relativ kurzer Zeit fiel, kam es zu Überschwemmungen in vielen Städten und Gemeinden an Lahn und Dill.

Hochwasser01Auch wir in Eibach waren davon betroffen. So etwas hatten wir noch nie erlebt. Es schüttete von nachmittags bis spät abends wie aus Eimern. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und so spritzte das Wasser aus dem Gulli vor unserem Haus und hob sogar den schweren Gullideckel hoch. Uns wurde klar, dass wir etwas tun mussten, um unser Haus zu schützen. Ein paar Sandsäcke konnten wir noch füllen und eine Sperre aus Holz und großen mit Wasser gefüllten Eimern leitete das meiste Wasser in unseren Garten um.

Am nächsten Morgen bei Tageslicht konnten wir dann die Folgen der Überschwemmung sehen. Auf unserem Grundstück Hochwasser02und auch bei unseren Nachbarn war alles voller Schlamm, Dreck und Müll. Straßen waren dicht, zum Teil auch stark beschädigt. Bei einigen Nachbarn hatten die Häuser ca. ein halben Meter hoch im Wasser gestanden, bei uns zum Glück „nur“ der Hof, die Scheune und der Garten. Jetzt war das ganze Dorf auf den Beinen. Jeder packte an und bis zum Abend hatten wir das Gröbste beseitigt.

Hochwasser04Doch die Frage blieb, wer nun die Schäden bezahlen sollte. Die wenigsten Leute waren gegen Hochwasser versichert, weil es so etwas bei uns noch nie gegeben hatte. Die Stadt Dillenburg, der Lahn-Dillkreis und das Land Hessen versprachen zwar zu helfen, aber es gab so viele Geschädigte, dass klar war, dass jeder nur einen Teil der Schäden ersetzt bekommen würde. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und auch die örtlichen Kirchengemeinden riefen zu Spenden auf und viele Organisationen und Privatleute spendeten Geld für die Hochwassergeschädigten oder liehen ihnen Abwasserpumpen, Trockengeräte und andere nützliche Dinge aus.

Hochwasser05Es gab weitere Hiobsbotschaften: Wir mussten ein paar Tage lang unser Wasser abkochen, weil das Hochwasser einen Brunnen für die Wasserversorgung überschwemmt hatte. In unserer Scheune fand ich beim Aufräumen zwei Kisten mit arsenhaltigem Pflanzenschutzmittel, das von der Feuerwehr in Schutzkleidung geborgen wurde. Die Kosten für den Einsatz mussten wir zum Glück nicht zahlen, wohl aber die Entsorgung der hochgiftigen Substanz.

Hochwasser03Mit der Zeit kehrte zum Glück wieder Ordnung und Normalität bei uns ein: Die angesammelten Müllberge wurden abgeholt, die kaputten Straßen repariert, die Kanalisation gereinigt, feuchte Häuser getrocknet und renoviert. Aber noch heute werden wir etwas nervös, wenn es mal wieder ein starkes Gewitter gibt. Es könnte ja sein, dass noch mal so ein Hochwasser passiert. Ich habe jedenfalls heute ein paar Sandsäcke auf Vorrat in meiner Scheune – man weiß ja nie.

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